Die Häuser unserer Vorfahren waren durch ihre Fachwerkkonstruktionen und ihre Strohdächer einem Brand nahezu hilflos preisgegeben. Die Gemeindeglocke rief zwar die Dorfbewohner zur Hilfeleistung zusammen, sie konnten mit ihren Eimern und Feuerhaken jedoch nicht viel ausrichten. Die Kirchenbücher berichteten von Brandkatastrophen, die Ortsteile, sogar ganze Dörfer vernichteten. Longuich hatte Glück. Vielleicht verdankt es die Schonung vor einem Serienbrand seiner unmittelbaren Mosel- und damit Wassernähe. Für andere Dörfer gab es bis zur Jahrhundertwende nur den sogenannten Loschteich.
Mitte des 19. Jahrhunderts bemühten sich die preußische Regierung und die Landkreise um eine Neugestaltung des Löschwesens. Man unterschied grundsätzlich zwei Arten von Wehren, die Freiwillige Feuerwehr und das Brandkorps, wobei den Gemeinden die Freiwillige Feuerwehr als die wirkungsvollere Methode empfohlen wurde. Der Gemeinderat von Longuich beschließt jedoch ein Brandkorps einzurichten. Vorhanden waren zwei Spritzen. Erst im Jahre 1922 kommt es zur Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr. Gleichzeitig wird der Beitritt zum Feuerwehrverband der Rheinprovinz beschlossen.
Die Ausrüstung der Freiwilligen Feuerwehr Longuich bestand viele Jahre aus einer Schlauchkarre mit Hydrantenstock und Schlüssel, sowie einer Leiterkarre. Beide mussten von Hand zum Einsatz gezogen werden. Später kam eine Motorspritze hinzu. Die Modernisierung der Freiwilligen Feuerwehr Longuich begann 1961 mit der Anschaffung eines Tragkraftspritzenanhängers (TSA), der eine Motorspritze sowie löschtechnische Ausrüstung für eine Löschgruppe (acht Mann + Gruppenführer) enthielt. Der TSA wurde von einem Traktor zum Einsatz gezogen.
Im Jahr 1969 übernahm die Feuerwehr Longuich von einem aktiven Mitglied einen ausgedienten "Opel Olympia". Dieser Wagen wurde von der Feuerwehr in Eigenarbeit zu einem "Kleinlöschfahrzeug" umgebaut.
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Ihr erstes Feuerwehrauto erhielt die Wehr 1972. Ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), ein Ford Transit mit Magirus Ausbau. Das Fahrzeug hatte Sitzplätze für sechs Feuerwehrleute und führte eine Tragkraftspritze TS 8/8 sowie löschtechnische Ausrüstung für eine Löschgruppe mit. Anfang der achtziger Jahre wurde das TSF mit zwei Pressluftatmer ausgerüstet. Die Fahrzeuge der Feuerwehr Longuich waren im "Spritzenhaus" in Longuich sowie in einer Garage im Ortsteil Kirsch untergebracht. Heute dient das alte „Spritzenhaus“ als Feuerwehrmuseum. Im Jahr 1989 konnte die Feuerwehr ihr neues Gerätehaus beziehen.
Im gleichen Jahr erhielt sie ein Rettungsboot für Einsätze auf der Mosel und bei Hochwasser das vorher bei der FF Schweich stationiert war. Im Jahr 1996 wurde ein Führungskraftwagen (FüKw) des Kreises Trier-Saarburg bei der Feuerwehr Longuich stationiert. Dieses Fahrzeug war mit einer umfangreichen Funk- und Fernmeldeausrüstung versehen. Sieben Mann der Freiwilligen Feuerwehr Longuich wurden speziell für die Arbeit mit diesem Fahrzeug und für die Abwicklung größerer Fernmeldeeinsätze ausgebildet. Diese Kameraden unterstützen hiermit die Einsatzleitung bei Großeinsätzen im gesamten Kreisgebiet. Im Mai 1999 stationierte der Landkreis Trier-Saarbrug einen neuen ELW 2 in Longuich, der bisher durch uns genutzte Fükw wurde an die Freiwillige Feuerwehr Welschbillig übergeben. Nähere Information zu diesem Fahrzeug und der Führungsgruppe des Landkreises Trier-Saarburg finden Sie unter der Rubrik „ELW 2“.
Der 28. April 2001 war für uns wieder ein großer Tag: Das neue Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 konnte bei der Firma Schlingmann in Dissen in Empfang genommen werden. Erstmals nach 29 Jahren wurde bei uns wieder ein neues Löschfahrzeug stationiert.
Im Juni 2001 legte unserer langjähriger Wehrführer Reinhold Zentius sein Amt aus beruflichen Gründen nieder. Zu seinem Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter Marc Schmitt gewählt, neuer stellvertretender Wehrführer ist Hans-Josef Schneider.
Das TSF wurde noch bis Dezember 2001 als Reservefahrzeug genutzt. Die fällige Hauptuntersuchung bestätigte dann unsere Vorahnungen: kein TÜV-Stempel ohne erhebliche Reparaturkosten! Das Fahrzeug musste ausgesondert werden. Da aber nicht zuletzt aufgrund des hohen Personalstandes unserer Wehr ein zweites Fahrzeug dringend notwendig ist, entschlossen wir uns in eigener Regie ein Mannschaftstransportfahrzeug zu beschaffen. Dieses Vorhaben wurde von vielen Longuicher Unternehmen und Bürgern unterstützt, so konnten wir bereits im Januar 2002 einen gebrauchten Ford Transit als MTW kaufen. An dieser Stelle sei den Spendern noch einmal herzlich für ihre Unterstützung gedankt!
Zurzeit entsteht auf der Basis eines bereits vorhandenen PKW-Anhängers ein „TSA“. Als Zugfahrzeug dient der neue MTW. Damit können mit den vorhandenen Fahrzeuge zwei Gruppen unabhängig voneinander einen Löschangriff vortragen. Hauptaufgabe unserer Wehr ist die Sicherstellung des Brandschutzes im Bereich der Ortslage Longuich und Longen, die Hilfeleistung bei Unfällen auf der Mosel mit dem RTB sowie die Technische Hilfeleistung in kleinerem Umfang in unserem Ausrückebereich.